Freitag der 13. – In der neuen Folge unseres Podcasts „Wir sind noch gar nicht tot“ führt der Zusammenfall unserer Aufzeichnung mit diesem Datum in ein Gespräch über Aberglauben, Alltag und die Frage, warum selbst moderne Gesellschaften manchmal erstaunlich hartnäckig an symbolischen Traditionen festhalten.
Nicht symbolisch, sondern ganz konkret reden wir in dieser Woche über ein Thema, das uns zuletzt immer wieder beschäftigt hat: die Rolle der Presse in einer zunehmend komplexen öffentlichen Debatte.
Gerade in schwierigen gesellschaftlichen Situationen kommt journalistischer Arbeit eine besondere Bedeutung zu. Sehr wünschenswert fänden wir beide eine präzise Berichterstattung und eine klare Trennung zwischen Bericht und Kommentar – wir wissen, wir reden immer wieder darüber.
Noch deutlich krasser als die fehlende Kennzeichnung der persönlichen Meinung des Verfassers ist das „Totschweigen“ von Themen oder Personen. Wenn redaktionelle Entscheidungen festlegen, worüber berichtet wird und worüber nicht, verschwinden bestimmte Perspektiven einfach aus der öffentlichen Wahrnehmung. Und ja: Dazu haben wir beide aktuelle Erfahrungen. Im Bild ist mein Pop-up-Store zur Wahl; weder dessen Existenz noch die dort durchgeführte Veranstaltungsreihe mit hochkarätigen internationalen Experten war der Redaktion der lokalen Zeitung – einem Quasi-Monopolisten – auch nur eine Zeile der Berichterstattung wert.
Zitat: “Du hattest mich ja immer wieder gefragt zu meinem Abend mit der Live-Schalte nach Paris, mit Carlos Moreno, DEM Städteplaner der Neuzeit. Zwischen Paris Match und New York Times und was weiß ich was, zwischen sehr guten und sehr qualitätsvollen Medien bis Boulevard, alle berichten über den. Aber hier meine Heimatzeitung hat keine einzige Zeile drüber geschrieben.”
Ach ja, Erfahrungen, so sorry: Wir haben uns dieses Mal so sehr in Anekdoten vertieft, dass wir aus Zeitgründen das Rätsel auslassen mussten. Wir holen es nach, so viel ist sicher. Nächste Folge am kommenden Sonntag ab 6 Uhr überall, wo es Podcasts gibt.
🎧 Wir sind noch gar nicht tot – „Sollen sie doch Kuchen essen“
mit Birgit Mooser-Niefanger und Karl-Heinz Hasenöhrl